Nachweise
Bedürfnisantrag: der Prüfweg in GunKey
Ein Bedürfnisantrag wandert Stufe für Stufe: zuerst du, dann der Verein, optional der Bezirk, dann der Verband – und am Ende wieder du, weil nur du das Paket an die Waffenbehörde sendest. Jede Ebene sieht denselben Prüfweg, mit dem Hinweis, was jetzt gerade ihre Aufgabe ist.
Keine Rechtsberatung. GunKey dokumentiert und leitet weiter. Freigaben erfolgen mit Name und Zeitstempel, ohne qualifizierte elektronische Signatur. Manche Behörden verlangen weiterhin Papier oder Stempel – das entscheidest du mit Verein und Behörde.
Der sichtbare Prüfweg
Oben in jedem Antrag siehst du die Leiste Prüfweg. Die aktuelle Stufe ist farblich hervorgehoben. Darunter steht in einem Kasten, ob du jetzt handeln musst oder wartest.
Ob ein Bezirk vorkommt, legt der Verband in den Stufen fest. Beim DSB ist Bezirk typischerweise vorgesehen, bei anderen Verbänden oft nur Verein → Verband.
Kurz in vier Schritten
- Antrag stellen In Mein Profil unter Dokumente → Bedürfnisantrag: Art des Antrags wählen, Verband, Verein, bis zu zwei Waffen. Schießnachweis, WBK-Bestand und Waffenbestand hängen automatisch als PDF am Antrag.
- Verein bestätigt Der Vorstand öffnet Verein → Bedürfnisanträge, prüft die drei Pflichtanlagen, reichert ggf. mit dem Schießbuch an und bestätigt digital.
- Verband prüft Je nach Verband folgt Bezirk und/oder Verband. Erst danach kommt das Paket zu dir zurück.
- An die Behörde senden Du lädst das Gesamtpaket herunter und sendest es selbst an deine Waffenbehörde – GunKey versendet nicht an die Behörde.
Art des Antrags
Beim Anlegen wählst du genau eine Variante – das sind die offiziellen Gründe für Sportschützen plus gelbe WBK:
- Erwerbsberechtigung in grüner WBK (§ 14 Abs. 3 WaffG), Kontingentwaffe – höchstens zwei Waffen je Antrag (Erwerbsstreckung).
- Erwerbsberechtigung in grüner WBK (§ 14 Abs. 5 Nr. 1 WaffG), weitere Sportdisziplin.
- Erwerbsberechtigung in grüner WBK (§ 14 Abs. 5 Nr. 2 WaffG), aktiver Wettkampfschütze.
- Gelbe WBK für Sportschützen (§ 14 Abs. 6 WaffG).
Fortbestehen nach § 14 Abs. 4 ist ein Folgeantrag zu einem bereits bestätigten Antrag, keine der vier Antragsarten oben.
Was du als Mitglied tust
- Mitgliedschaft im Verband und im Verein hinterlegen (Vorstand des Vereins muss die Rolle nicht lizenzieren, um den Antrag zu sehen).
- Neuen Antrag stellen: Art, Verband, Verein, Betrachtungszeitraum, bis zu zwei Waffen (Disziplin, NWR-Kategorie, Bezeichnung, Kaliber). Der Bestand (grüne, gelbe und rote WBK plus die darauf eingetragenen Waffen) wird aus dem Tresor angehängt.
- Schießnachweis, WBK-Bestand und Waffenbestand hängen automatisch als PDF am Antrag. Zusätzliche Originale (Scans) kannst du aus dem Tresor verknüpfen – auch noch bei einer Rückfrage.
- Warten, bis Verein und ggf. Bezirk/Verband bestätigt haben. Den Stand siehst du an der Leiste Prüfweg.
- Wenn die Stufe „Zurück an Sie“ ist: Gesamtpaket herunterladen (darauf stehen Kennziffer
GK-BA-…, SHA-256 und der Prüflink), an die Waffenbehörde senden, in GunKey als gesendet markieren.
Den Antrag findest du danach in derselben Liste – nicht im Verbands-Tab. Der Verband ist für Vorstände und Prüfer.
Was der Verein tut
- Prüfer und ggf. Vorprüfung/Abschluss unter Schießstätte → Rollen per Klick zuweisen. Mehrere Mitglieder können dieselbe Rolle haben.
- Antrag öffnen, Angaben und Waffen prüfen.
- Optional mit dem Schießbuch anreichern (Vorstand/Verwalter).
- Digitale Bestätigung: Name eintippen (Identifikation, keine QES) und bestätigen. Bei Vier-Augen am Verein müssen zwei verschiedene Prüfer stimmen.
Erst nach dieser Bestätigung erscheint der Antrag in der Verbandsprüfung. Rundschreiben und Mitglieder-Rabatt bleiben lizenzpflichtig – die Bedürfnisprüfung nicht.
Adresse, PLZ, Ort und Telefon der Schießstätte ändert, wer die Rolle Bearbeitung Stammdaten hat (ebenfalls in der Rollenmatrix) oder eine bestätigte Vorstandsrolle.
Was Bezirk und Verband tun
- Stufen, Prüfer, Disziplinen und Gebühr unter Verband konfigurieren (ohne Vereinslizenz).
- Offene Anträge prüfen. Gebühr ggf. als bezahlt markieren, wenn der Verband eine erhebt.
- Freigabe sendet das Paket zurück an das Mitglied, nicht an die Waffenbehörde.
Der erste Vorstand je Verband wird von GunKey freigegeben (Verifications). Danach trägt der Verband weitere Prüfer selbst ein.
Vier-Augen-Prüfung
Der Verband kann je Stufe (Verein, optional Bezirk, Verband) festlegen, dass zwei Personen prüfen müssen. Das stellst du unter Verband → Stufen ein. Bestehende Anträge behalten den Stand von der Einreichung; die Einstellung gilt für neue Vorgänge.
- Nacheinander – zuerst Vorprüfung (typisch Sekretariat), danach Abschlussfreigabe durch eine andere Person. Dieselbe Person kann nicht beide Schritte machen. Prüfer können die Rolle „nur Vorprüfung“, „nur Abschluss“ oder „beliebig“ bekommen.
- Gemeinsam – zwei Personen prüfen denselben Vorgang, Reihenfolge frei. Auch hier zählt jede Person nur einmal.
Am Verein trägst du die Prüfer in der Rollenmatrix der Schießstätte ein (Kachel Rollen & Freigaben). Vorprüfung und Abschluss sind eigene Klicks – analog zum Verband. Solange dort niemand als Prüfer steht, darf die Vorstandschaft wie bisher bestätigen. Sobald Prüfer eingetragen sind, bestätigen nur noch diese Personen.
Solange die zweite Stimme fehlt, bleibt der Antrag auf derselben Stufe. Die erste Person sieht „Ihre Prüfung ist gespeichert“, die zweite den Button Abschlussfreigabe bzw. Mitprüfen. Zurückgeben und Ablehnen bleiben für berechtigte Prüfer möglich; offene Vier-Augen-Stimmen dieser Stufe werden dann zurückgesetzt.
Ohne eingetragene Sekretariats-Prüfer gilt die erste berechtigte Person als Vorprüfung, die zweite als Abschluss – damit der Verband nicht blockiert, wenn die Rollen noch nicht verteilt sind. Verbandsvorstände (implizit) machen bei nacheinander in der Regel die Abschlussfreigabe, sobald ein Sekretariat eingetragen ist.
Beide Namen stehen im Protokoll, auf dem Gesamtpaket und in der öffentlichen Prüf-Momentaufnahme (Hash).
Bestand: grüne, gelbe und rote WBK, plus Empfehlungsprüfung
Verbände wollen in der Regel die Waffenbesitzkarten Grün, Gelb und Rot und die darauf eingetragenen Waffen sehen – nicht nur die neu beantragten. Beim Einreichen liest GunKey den Bestand aus deinem Tresor (lokal entschlüsselt) und hängt ihn an den Vorgang.
Nicht aufgelistet werden: Magazine, Schreckschuss, kleiner Waffenschein, Pulverschein (§ 27 SprengG), Jagdschein, MES, Vereins-WBK und Waffenteile/Wechselsysteme. Teile auf den drei WBKs werden nur gezählt.
Dazu läuft eine automatische Prüfung als Empfehlung. Sie sperrt den Antrag nicht. Hinweise können z. B. sein:
- fehlender oder nicht entschlüsselter Bestand
- WBK ohne Nummer oder mit abgelaufenem Datum
- Waffen ohne Hersteller oder Seriennummer
- grüne WBK: Orientierung zu Kontingent und Erwerbsstreckung (erste zwei ohne Wartezeit, danach in der Regel sechs Monate / höchstens zwei je Antrag)
- gelbe WBK: Orientierung zur Höchstzahl 10
- beantragte Waffe ähnelt einem Eintrag im Bestand
- § 14-Regelmäßigkeit laut Schießbuch (wie bisher, nur als Hinweis)
Solange der Antrag noch beim Mitglied oder Verein liegt, kannst du den Bestand aus dem Tresor aktualisieren. Nach der Vereinsbestätigung bleibt der Schnappschuss stehen. Seriennummern stehen auf Datenblatt und Gesamtpaket; die öffentliche Prüfseite zeigt nur Anzahlen, keine Seriennummern.
Pflichtanlagen: Schießnachweis, WBKs, Waffen
Jeder Antrag nimmt drei PDFs mit, die GunKey selbst erzeugt – nicht verschlüsselt im Tresor, damit Verein und Verband sie in der Vorprüfung öffnen können:
- Schießnachweis – Schießbuch-Einträge im gewählten Zeitraum (12 oder 18 Monate)
- WBK-Bestand – grüne, gelbe und rote Waffenbesitzkarten aus dem Tresor-Schnappschuss
- Waffenbestand – die darauf eingetragenen Waffen (ohne Optik, Magazine, Schreckschuss)
Du musst diese PDFs nicht extra hochladen. Bei einer Rückfrage kannst du sie neu erzeugen und zusätzlich Originale (Scans von WBK oder Eintragung) aus dem Tresor anfügen. Tresor-Dateien bleiben nur für dich lesbar; Prüfer arbeiten mit den drei Pflicht-PDFs.
Dokumentation für den Verband
Unter Tab Verband → Button Dokumentation liegt das Register aller Anträge dieses Verbands – nicht nur die offenen Anträge. Jede Zeile zeigt die Freigabekette (innerverbandliche Mehrfachfreigaben): Verein, optional Bezirk, Verband – jeweils mit Name und Zeitstempel. Das aufgeklappte Protokoll listet jede Aktion in Reihenfolge.
Filter (kombinierbar):
- Name – Vor- oder Nachname des Antragstellers
- Mitgliedsnummer / GunKey-ID – Vereinsnummer aus der Mitgliederliste, sonst
GK-… - Verein
- Zeitraum – von/bis, bezogen auf Eingang oder eine konkrete Freigabestufe
- Status, Prüfstufe, Art des Antrags
- Mehrfachfreigabe – Kette vollständig oder noch offen
CSV-Export übernimmt die aktuell gefilterte Liste. Das Paket-PDF enthält dasselbe Prüfprotokoll. Keine qualifizierte Signatur – Name und Zeitstempel zur Identifikation.
Was die Behörde sieht
Die Waffenbehörde arbeitet nicht in GunKey. Das Mitglied reicht das erzeugte Paket ein – digital oder auf Papier, je nach Behörde. GunKey ersetzt kein Behördenverfahren.
Fälschungssicherheit – Hash und Prüflink
Wenn Verein und Verband durch sind, friert GunKey den Prüfprozess ein: eine kanonische Momentaufnahme (Stufen, Freigaben, Protokoll, Waffenliste) erhält einen SHA-256-Hash und eine Kennziffer GK-BA-…. Beides steht auf dem Gesamtpaket, zusammen mit dem Link und einem QR-Code.
Die Behörde öffnet gunkey.de/beduerfnisantrag-pruefen (ohne Login), gibt die Kennziffer ein und sieht, ob der Hash mit dem Archiv übereinstimmt. Stimmen Kennziffer und Hash mit dem Blatt überein, ist das Protokoll unverändert. Von der Prüfseite kann ein PDF für die digitale Akte heruntergeladen oder der Nachweis gedruckt werden. Das entspricht der Prüfung von Schießbuch-Exporten (GK-SB-…).
Anschrift und Waffendetails bleiben auf dem eingereichten Paket; die öffentliche Seite zeigt Name, Verein, Verband, Freigabekette und Protokoll zur Zuordnung.
Häufige Fragen
Wie prüft die Behörde, ob das Paket echt ist?
Auf dem Gesamtpaket stehen Kennziffer (GK-BA-…) und SHA-256. Unter /beduerfnisantrag-pruefen gibt die Behörde die Kennziffer ein – ohne Login. Stimmen Code und Hash mit dem Blatt überein, ist das Protokoll unverändert. Von dort: PDF für die Akte oder Drucken.
Wo sehe ich alle Freigaben des Verbands, nicht nur die offenen?
Im Tab Verband unter Dokumentation. Dort filterst du nach Name, Mitgliedsnummer, Verein, Zeitraum und siehst Verein/Bezirk/Verband als Kette. CSV und Paket-PDF sind der Export für die Akten.
Kann eine Person beide Vier-Augen-Stimmen abgeben?
Nein. Ob nacheinander (Sekretariat, dann Abschluss) oder gemeinsam: es müssen zwei verschiedene Personen sein. Die erste Stimme speichert die Prüfung, der Vorgang bleibt auf der Stufe, bis die zweite Person bestätigt.
Wo stelle ich Vier-Augen-Prüfung ein?
Im Tab Verband unter Stufen, je Stufe Verein / Bezirk / Verband. Wer am Verein prüft, steht in der Rollenmatrix der Schießstätte (Prüfer, Vorprüfung, Abschluss). Verbandsprüfer trägst du unter Verband → Prüfer ein.
Warum sehe ich den Antrag nicht beim Verband?
Weil er noch auf der Vereinsstufe liegt. Der Verband sieht ihn erst nach der digitalen Vereinsbestätigung. Bei Vier-Augen am Verein müssen zwei verschiedene Prüfer bestätigt haben.
Warum finde ich beim Verein keinen Button?
Nimm den Tab Verein und die erste Kachel Bedürfnisanträge. Nicht den Lizenz-Workflow (Info-Mail, Rabatt) – das ist ein anderer Bereich.
Braucht der Verein die 59,99-€-Lizenz?
Nein, nicht für die Bedürfnisprüfung. Die Lizenz schaltet Rundschreiben und Mitglieder-Rabatt frei.
Warum höchstens zwei Waffen?
Pro Antrag gelten zwei Stück als Obergrenze (Erwerbsstreckung / praxisnahe Bündelung). Für Kontingentwaffen nach § 14 Abs. 3 ist das besonders relevant.
Warum muss ich alle Waffen und WBKs anhängen?
Die meisten Verbände erwarten die Besitzliste der grünen, gelben und roten WBK auf dem Bedürfnisantrag. Magazine, Schreckschuss, kleiner Waffenschein und Pulverschein gehören nicht dazu. GunKey hängt den Bestand automatisch als PDF an. Scans aus dem Tresor sind zusätzlich. Die automatische Prüfung dazu ist nur eine Empfehlung – sie blockiert den Antrag nicht.
Kann ich Nachweise nachreichen, wenn der Verein nachfragt?
Ja. Bei einer Rückfrage ist der Fall pausiert. Du antwortest im Antrag, kannst Pflichtanlagen neu erzeugen und Originale aus dem Tresor anfügen. Danach liegt der Vorgang wieder zur Prüfung bei Verein oder Verband.
Leihschein / Überlassung / Veräußerung
Du brauchst einen sauberen, vollständigen Beleg – aus gepflegten Daten, nicht aus Copy-Paste-Chaos in einem Textprogramm.
Weil GunKey deine Stammdaten und Waffendaten schon kennt, entsteht der Beleg aus vorhandenen, konsistenten Angaben. Das reduziert Übertragungsfehler gegenüber dem manuellen Ausfüllen deutlich.
Schritte
- Vorgang wählen Leihschein, Überlassung oder Veräußerung – je nach Ziel wählst du den passenden Vorgangstyp aus.
- Daten prüfen Stammdaten und Waffendaten müssen stimmen, bevor du ein PDF erzeugst – ein Fehler hier landet direkt auf dem fertigen Dokument.
- Dokument erzeugen Erstelle den Beleg und lege ihn bei Bedarf gleich im passenden Tresor ab, statt ihn nur lokal auf dem Gerät zu speichern.
Rechtliche Zulässigkeit prüfst du selbst. GunKey unterstützt die Dokumentation, ersetzt aber keine Erlaubnisprüfung durch dich oder die zuständige Behörde.
Erwerbsstreckungsrechner richtig nutzen
Du willst grob wissen, wann der nächste Erwerb zeitlich Sinn ergibt – der Rechner hilft bei der Orientierung, damit du nicht selbst Kalenderdaten zusammenrechnen musst.
Schritte
- Rechner öffnen Öffne den Erwerbsstreckungsrechner in deinem Konto.
- Erwerbe eintragen Trage relevante Erwerbe chronologisch ein, so wie sie tatsächlich stattgefunden haben.
- Termin lesen Nutze das errechnete Ergebnis als Orientierung für deinen nächsten möglichen Erwerbstermin.
Das Ergebnis ist eine Hilfestellung zur eigenen Orientierung, keine behördliche Zusage. Bei Unsicherheit lohnt sich der Blick in die eigenen Unterlagen oder die Rückfrage bei der zuständigen Stelle.